Archery Sight Mark – Einschießen des Visiers

Archery Sight Marks - Progamm Icon

Ein neuer Pfeil, Zuggewicht verändert, neue Pfeilkomponenten, ein neues Visier oder ein neues Scope und schon ist ein neues Einschießen erforderlich. Mit dem Compound Bogen ist das keine große Sache – die Art wie ich es mache ist einfach und simpel durchzuführen.

Nachdem ich mein Sight, Scope oder ähnliches verändert habe beginne ich auf ein Ziel (Vorzugsweise einen großen Dämpfer) zu schießen. Die Entfernung wähle ich dabei so, dass ich quasi nicht vorbei schießen kann. Das reicht mir für eine grobe Visiereinstellung – damit bin ich dann auf einer Entfernung von rund  10 Metern.

Für die nachfolgenden Schritte spanne ich eine gut leuchtende Schnur, Flatterband oder ähnliches senkrecht zum Boden auf dem Dämpfer auf. Der Rest des Dämpfers sollte idealerweise leer sein, keine Scheibe, keine Auflage, Bilder oder sonstwas. Bewährt hat sich dafür auch helles Kreppband!

In den nachfolgenden Schüssen ziele ich nun auf dieses Band. Die Visierlinie zeigt also von meinem Auge, durch Peep, durch Scop auf die senkrechte Linie des Kreppbands. Nach den ersten zwei Schüssen beurteile ich die Lage. Wenn die Pfeile links von der Linie liegen, drehe ich das Scope ein wenig heraus (bei meinem RH Bogen).

Das Visier folgt dem Pfeil. Liegt der Pfeil zu weit links, wir das Visier nach links verstellt.

Ziel soll es sein das Visier soweit zu verändern, dass die Pfeile alle in dem Kreppband stecken. Grobe Abweichungen in der Höhe korrigiere ich nach gleichem Grundsatz: Das Visier folgt dem Pfeil.

Eine grobe Einstellung für die Höhe reicht, danach gehe ich auf 20m und kann mir sicher sein die Scheibe zu treffen.

Die ersten Schüsse gelten auch hier dem Ausschiessen der Links-Rechts Abweichung. Passt das noch mit dem Links/Rechts (sollte!) – sonst nach korrigieren. Beim nächsten Pfeile Ziehen kann man gleich das Kreppband korrigieren. Nun wird das Kreppband parallel zum Boden (also horiz

Archery Sight Mark - Sight Calibration
Archery Sight Mark – Sight Calibration

ontal) auf den Dämpfer geklebt. Auf 20 Meter werden nun die Pfeile geschossen und sollten dabei auf dem Klebestreifen liegen. Wenn sie zu tief liegen wird das Visier nach unten geschoben, liegen sie zu weit oben wird das Visier nach oben geschoben. Wenn man diesen Punkt gefunden hat, notiert man sich die Werte der Visierskala; ich verwende ein Shibuya CPX, welches auf der einen Seite die entsprechende Skala hat.

 

Diesen Schritt wiederholt man bei 40 und 70 Meter und hat damit alle Werte, die die Software Archery Sight Mark benötigt. Auf der Einstellungsseite „Calibration References“ können diese Werte eingetragen werden.

Die Software selber behauptet von sich, dass mit diesen Werten das Regressionsmodell am besten funktioniert und man die genausten Werte erhält.  Die Werte auf der rechten Seite sind gemessen für meinen Hoyt Podium X mit dem Easton Lightspeed 400.

Archery Sight Mark - Sight Elevation Chart
Archery Sight Mark – Sight Elevation Chart

Danach ist die App eingerichtet und kann verwandt werden. Das Prinzip dahinter ist recht einfach. Man stellt einfach die Distanz zum Ziel ein und den Winkel gegenüber der Horizontalen. Für die Target/WAA Schützen ist das eine einfache Angelegenheit – Entschuldigung als Feldbogen Schütze bin ich mir nun gar nicht sicher ob die überhaupt ihr Visier für Zwischendistanzen benötigen…

Für die Feldbogen Schützen kommt dem Winkel eine fundamentale Bedeutung zu. Bergauf, bergab – zieh ab, so ein bekannter Merksatz dazu. Gemeint ist damit, dass sich die Entfernung, die auf dem Visier eingestellt wird, für Bergauf- und Bergabschüsse verkürzt. Dass kann bei besonders steilen Schüssen schnell den Unterschied zwischen noch Gold, schon Schwarz ausmachen.

Fazit: Die App ist aktuell kostenlos, verfügt über keinerlei nervige Werbeeinblendungen und lässt sich gut benutzen. Wer jedoch regelmässig auf Parcouren unterwegs ist, wird sich entweder eine kleine Tabelle erstellen, die er mitnimmt – oder er wird sich entsprechende Marken auf sein Visier zeichnen. Die errechneten Visiermarken passen gut und für ein Gang auf dem Parcour ist man auf der sicheren Seite – das 3d Ziel sollte damit immer treffbar bleiben, für ein Turnier auf nur einer Distanz z.B. 18m Halle würde ich es jedoch vorziehen das Visier für die eine Distanz einzuschießen.

Willkommen Laubfrosch! (Hoyt Podium X)

Hoyt Podium X und der gemeine Waldtroll

Hallo Laubfrosch! Manchmal laufen Dinge anders als ursprünglich geplant. Der Elite Impulse 34 ist ein toller Bogen – mit 34 Zoll auch ersteinmal ausreichend lang – aber dann doch 6 Zoll kürzer als andere Bögen. Bei einem Besuch von Bowhunting Chiemgau war dann recht schnell klar, dass ich gewisse Grenzen früher als später kennenlernen würde, es fanden sich Gelegenheiten. Nun was soll man tun, sich umdrehen – wissend, dass der Kauf von Schneetarn vielleicht doch irgendwo ein Fehler war?

Wissend dass 1.92m Körpergröße mit entsprechenden Auszug vielleicht doch einen recht spitzen Sehnenwinkel bei kurzen AtA (Axle to Axle) erzeugen? Vielleicht war es auch einfach nur gute Beratung und die passende Gelegenheit?

Den Bogen wird das nicht interessieren – er steht hier nun im Südflügel, neben meinem Bett und lächelt. Auf seinem langen Frontstabi, den ich vermutlich so vorher nie haben wollte. Der Seitenstabi (der ehemalige Frontstabi bekam den BeeStinger Schnellverschluss) zeigt freundlich zur Seite. Die ersten Probeschüsse in Ruhpolding waren unspektakulär und dienten dem „passt der Bogen soweit ersteinmal“ – heute hatte ich bei Regen noch einmal die Gelegenheit ein paar Pfeile zu schießen.

Die Sonne kam raus – es wurde freundlich – der Wind legte sich sogar kurzfristig und erwachte dann wieder. Dennoch, die paar Minuten reichten um mir ein paar Visiermarken einzuschießen. 20m, 40m, 70m – diese Werte warf ich anschließend in Archery Sight Mark auf dem Handy. Eine kurze Runde in der BC Keltenschanze sagte freundlich: Passt so 🙂

In diesem Sinne – herzlich willkommen Laubfrosch!

Für die Datenfreunde hier noch das aktuelle Setup – Stand 29.10.2017

  • Hoyt Podium X  (40“ AtA, 52lbs, 30.5“ Drawlength)
  • GTX Cam (GX5TR Cams mit 65% letoff Modul)
  • Shibuya CPX Visier 5“
  • SpotHogg – The Edge Auflage
  • ArcTec ProXXL Stabi System
  • Cartel Xpert Scope
  • Pfeile Easton Lightspeed 400 (100 grs Spitze, TopHat Protector Ring, EP23 Arizona Vanes, 29,3“)
  • Pfeile Easton Lightspeed 500 (50grs Spitze TopHat, TopHat Protector Ring, Bohning Blazer X2 Vanes, 28,7“)

Unterwegs: Parcour Bowhunting Chiemgau

Elite Impulse 34 auf dem Parcour

Das Wetter war nur sehr begrenzt vielversprechend. Eigentlich regnete es, aus Eimern irgendwie. Meine Ankündigung, dass ich nun Bogenschießen gehe wurde belächelt – schwach belächelt. Es war so dieser Blick von: „Geh schön spielen aber mache dich nicht so dreckig, hörst du?“

Die knappe halbe Stunde Fahrzeit verging wie im Flug und das Wetter wollte sich nicht bessern – nicht mal ein bisschen. Ziel des Ausflugs war der Parcour von Bowhunting Chiemgau, der von Kristina und Roman Heigenhauser betrieben wird. Auch wenn der Name vielversprechend das Chiemgau beinhaltet – so groß ist er dann noch nicht, dafür aber im schönen Ruhpolding gelegen. Erwartungsgemäß war bei dem Wetter kein Mensch zu sehen, ich zahlte meine Gebühr von 12 Euro (Wetterbonus?), auf das Vorzeigen der Spitzen wurde verzichtet, „Aaah, ein Compounder“ – damit war der Glaubwürdigkeit genüge getan. Besonderer Wert wird auf spitze Spitzen gelegt, verständlich – so halten die Ziele länger und mehr Leute haben was davon. Am Eingang steht für den Zweck des Spitzenschleifens extra eine Schleifmaschine – sympathisch!

Elite Impulse 34 Compound Bow
Elite Impulse 34 auf der Einschießwiese

Nach dem Betreten des Schießgeländes geht es unmittelbar hoch zum Einschießplatz. Einschießplatz ist untertrieben – es ist eine Einschießwiese mit Zielen auf allen Entfernungen. Von allen bisher besuchten Parcouren war dieser Einschießplatz bislang der Beste, den ich gesehen habe. Klar, die Eigentümer sind sehr erfolgreiche Compound Schützen und schätzen daher vermutlich auch ein wenig Platz, dennoch ist es auch für mich als reinen Hobby Schützen eine tolle Sache. Nach wenigen Schüssen stand fest, dass mein Visier nicht besonders seitenecht ist. Kurz nachjustiert, auf der 30 Meter Scheibe überprüft, alles passt – Seite ok, Höhe ok, ab in den eigentlich Parcour!

Die ersten Scheiben befinden sich auf der angrenzen Schafwiese mit lebenden Schafen. Diese waren mir gegenüber sehr freundlich und stellten sich nicht vor Ziele – sanft wackelten sie dahin und gaben die Scheiben frei. Hoppla, Obacht vor Tretminen!

Der ganze Kurs ist WAA konform gestellt – es geht sanft los. Keine extremen Schüsse, entspannte Schüsse, prima zum Reinkommen. Nach den Zielen geht es dann leicht steil nach oben in den Wald.

Widderziel im Wald
Widderziel im Wald

Die Schüsse werden nach und nach anspruchsvoller. Mal geht es nach oben, mal ist es ein Bergabschuss. Die Schusssituationen sind interessant gewählt, sinnvoll gestellt – die Tiere in tollem Zustand!

Was ich an diesem Parcour so toll fand, gleich zu Beginn – die Backstops hinter den Zielen sind sinnvoll gewählt. Es ist kein 100 Zentimeter Dämpfer in den Wald gepfeffert, es sind runde Formen, oft mit einem Tarnnetz abgehängt so dass sich das Ziel für den Schützen gut vor dem „Busch“ abhebt und man nicht das Gefühl hat direkt mit dem lieblosen Dämpfer konfrontiert zu werden. Toll, hat mir prima gefallen! Das Wetter hingegen eher wenig – ab hier war ich vollkommen durchweicht.

Ein sinnvoller Backstop - schaut aus wie ein Stein vom Abschusspunkt
Ein sinnvoller Backstop – schaut aus wie ein Stein vom Abschusspunkt

Egal – das Schießen konnte vieles wieder wettmachen, das Wetter war kein Thema mehr. Je weiter der Parcour nach hinten fortschritt, desto schwieriger wurden die Schüsse. Steile Bergabschüsse, verdeckte Schüsse – und als eines der Highlights zum Schluss: der Schuss über einen Weiher!

Ich war schon zu diesem Zeitpunkt wirklich begeistert, nass und kalt ging ich anschließend zum Bogengeschäft, um mich zu verabschieden und ein freundliches Danke für das Stellen des Parcours zu sagen. Einen Pfeil hat es zerlegt – das Beschaffen des Ersatzes wollte ich gleich vor Ort erledigen aber das ist nun eine vollkommen andere und eigene Story wert!

Fazit: Mir hat der Parcour sehr gut gefallen und ich freue mich auf die nächste Runde. Für Compound Schützen sind alle Ziele gut schießbar, es sind einfachere Schüsse dabei – aber auch Schüsse, die schwierig zu beurteilen sind. Mit dem Langbogen ist das sicherlich auch eine spaßige Runde, ich werde das ebensfalls mal ausprobieren wollen. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat waren die Entfernungen. Es wurden schwierige Situationen gestellen anstelle der typschen „Wir stellen den Wolf/Bison auf 60 Meter, DASS ist dann schwierig.“

Nach rund 2.5 Stunden war ich durch, bekam ein exzellente Beratung, dazu demnächst später mehr und lernte einen tollen Parcour kennen. Von meiner Seite ganz klar eine Empfehlung!

Compound bow – leveling the different axes

I just got started in shooting a compound bow. The longbow has been my home of archery so far, however, several aspects of the compound bow got me into this type of thing and now I am shooting an Elite Impulse 34. Check my profile page for more/detailed information about me and my current bow setup.

One thing where I struggled with is setting up the different axes of my bow in order to tune my sight. I use a Shibuya CPX sight and a Cartel Xpert scope right now. I am pretty happy with the Shibuya but how to I level it? There are some magic devices out there, they cost a fortune. I was wondering if I should get one of them, but here is something way simpler. I just link the youtube videos for reference here. When I am building my devices, I’ll take some pictures.

I made the switch (Compound Bogen)

Auch wenn der Slogan schon einige Jahre her ist – und dieses Jahr nach „Take the challenge“ verlangt wird, ich habe den Wechsel auf den Compound Bogen vollzogen.

Dank ein günstigen Preises bin ich nun stolzer Besitzer eines Elite Archery Impulse 34. Ein Foto gibt es hier schon einmal – ein genauerer Bericht wird die Tage noch folgen.

Dann soll es auch wieder weiter im Blog gehen können, mit Tests, Berichten und Artikeln rund um den schönen Bogensport.

Scheide für Victorinox Ranger Wood 55

Ich bin seit Mittwoch Eigentümer eines Victorinox Ranger Wood 55 – einem 130mm Folder mit großer Klinge (feststellbar) und großer Säge. Endlich kann man sich auch mal an dickere Äste oder Holzstücke wagen ohne dass man sich fragt ob man weitersägen soll oder das Stück Holz abbeissen soll.

Aus irgendeinem Grund bietet Victorinox für dieses Messer keine sinnvollen Messertaschen an. Üblicherweise hat Victorinox immer 3 Taschen verfügbar – eine billige Lederversion, eine teurere Nylonversion und eine sehr teure aber qualitativ hochwertige Ledertasche.

Nun möchte ich gerne am Wochenende damit rausgehen und ein Wasserrad bauen. Ich möchte das Messer nicht im Rucksack tragen wo ich nicht drankomme – kurzum eine anständige Tasche aus Leder musste her. Schnell das Leder herausgesucht, eine Idee entwickelt wie die Tasche aussehen kann und eine Schablone angefertigt. Nach ein paar weiteren Arbeitsgängen ist meine Ledertasche – als Ausführung Gürteltasche – fertig und sie gefällt mir richtig gut. Es gab von verschiedenen Seiten schon recht positives Feedback und nun überlege ich ob ich zwei – drei weitere Modelle davon anfertige und auf dawanda.de anbiete.

Was denkt ihr?

Werkstatt: Holzpfeile gegen Nässe und Dreck schützen

Ein neuer Bogen heißt – neue Pfeile! Nun gut, vielleicht nicht immer und auch nicht unmittelbar. Mit dem Kauf des Langbogens war ich ja nun verpflichtet standesgemäß mit Holzpfeilen zu schießen. Meine erste Bestellerfahrung war ein totaler Flop, der zweite Satz Schäfte wurde bei superschaft.de bestellt – die Schäfte sehen prima aus. Kaum Flammen, schöne Oberflächen und von den Gewichtswerten lagen die 20 Schäfte auch sehr dicht beisammen. Prima! Nun kann es ja losgehen – Pfeile versiegeln, befiedern und gleich auf den Parcour.

Stopp! Da fehlt was – wie schütze ich denn die Holzpfeile gegen Nässe oder Dreck? Ein Blick in die Betroffenenforen bringt da viele Antworten und noch mehr Fragen auf. Lackieren? Mit Acryl – auf Nitro- oder Wasserbasis? Ölen oder doch Wachsen?

Da ich mich der Materie erst gerade nähere sind die folgenden Hinweise mit Vorsicht zu genießen. So habe ich es gemacht – dies sind meine Erfahrungen. Du kannst andere Erfahrungen machen, schreibe dies einfach in den Kommentaren.

Das Problemumfeld

Holzschäfte sind alle verschieden, keiner ist wie der andere, dennoch haben sie alle ein gemeinsames Ziel – hoffentlich das des Bogenschützen. Egal ob die Pfeile nun das Ziel treffen oder Kontakt mit dem Backstop bekommen, sie stecken irgendwo drin und müssen da wieder heraus. Durch die entstehende Reibung – beim Eintritt in die Scheibe aber auch beim Herausziehen wird jede Oberfläche leiden. Lack wird verkratzen und eventuell abplatzen, Wachs wird den Dreck mitnehmen, der sich in der Scheibe befand – kurzum die Oberfläche eines Holzpfeils kann an sich nicht für die Ewigkeit gemacht werden.

Meine Behandlung

Ich habe meine Holzschäfte so wie ich sie von Superschaft bekommen habe mit 400er Schleifpapier angeschliffen. Sie bekommen damit eine schöne glatte Oberfläche, eventuelle Riefen oder kleinere Splitter werden damit verschwinden. Eine 320/360er Körnung wäre vermutlich das Optimum – leider jedoch gerade nicht greifbar. Nach dem gründlichen Entstauben der Schäfte reibe ich sie mit einem in Leinölfirnis – Lumberjack von Clou – getränkten Schwammtuch ab. Dazu habe ich mir das Leinölfirnis in eine kleine, besser zu handhabende Flasche gefüllt. Die Schäfte nehmen den Ölauftrag sehr schnell auf, ich habe nach wenigen Minuten eine weitere Schicht aufgetragen.

Nach zirka 20 Minuten nahm ich das überschüssige Öl mit einem Küchentuch aus Papier auf und stellte die Schäfte zum Trocken in eine große Vase – durchaus dekorativ.

Nach 24 Stunden habe ich die Schäfte erneut mit dem Firnis dünn eingerieben und die Schäfte anschließend 5 Tage lang trocknen lassen. Ein kurzer Anschliff mit 400er Papier und die dritte Ölung rundeten die Behandlung ab. Die Schäfte standen anschließen weitere 7 Tage zum Trocknen an einem schönen warmen Ort.

Vorsicht

Leinölfirnis ist an schwer endzündlich (der Flammpunkt liegt bei 250° C). Bei der Reaktion mit dem Luftsauerstoff erwärmt sich der getränkte Lappen, wenn dieser zusammengeknüllt irgendwo in der Ecke liegt, kann die Wärme nicht abgeführt werden und der Lappen kann beginnen zu brennen – dann brennt in der Folge das Öl mit und die Selbstenzündung ist perfekt. Verschiedene Feuerwehren haben das prima nachgestellt, hier mal ein Link (Feuerwehr Bächingen) dazu.

Damit es nicht soweit kommt, wasche ich meine Lappen mit Seife aus und lege sie anschließend ausgebreitet in eine große Tonvase – so kann man das auch auf dem Wohnungsbalkon realisieren.

Nach den rund 7 Tagen Trockungszeit sind die Schäfte schön glatt und können befiedert werden. Die Befiederung nehme ich mit dem Bearpaw Fletching Tape vor – dazu später mehr.

Wichtiger Grundsatz beim Holzpfeilbau scheint folgender zu sein:

Die Zeit ist ein wichtiger Faktor, du solltest genug davon haben.

Um diesem Dilemma zu entkommen, bestellte ich einfach nach dem ersten Satz Schäfte einfach einen weiteren Satz hinterher. Diese warten nun auf ihre Firnis Behandlung.

Update 23.02.2016

Beim letzten Schießen ging der eine oder andere Pfeil daneben und war anschließend mit Lehm beschmiert. Ich habe die Pfeile unter fließendem Wasser abgewaschen, das hat prima geklappt. Die Pfeile haben immer noch einen schönen seidigen Glanz – ich bin gespannt wie lange das hät

Unterwegs: Winterparcour des SBC Bad Goisern (14 Ziele)

Dieses Wochenende hatte die Chance den Winterparcour des SBC Bad Goisern zu begehen. Ich hatte den Obmann vorab kontaktiert und ihn über den Zustand des Parcours befragt: Die freundliche Antwort kam prompt: Mit gutem Schuhwerk tadelos zu gehen, lediglich ein paar wenige Stellen seien ein wenig matschig. Dazu sagte er noch: Das Wetter würde toll werden und wünschte mir viel Spaß.

Am Freitag als ich nach Bad Goisern fuhr regnete es aus Eimern…

In Bad Goisern angekommen zogen mich gleich alle Anwesenden mit dem Wetter auf. Ob das Bogenschwimmen heißen würde, ob ich eine Schwimmweste mitnehmen wolle und so weiter. Ich vertraute dem Obmann – schließlich ist er ein Goiserer und wenn er sagt, dass das Wetter schön wird, dann wird es auch schön. Ende!

Am Samstag stellte ich mir dann den Wecker auf 07.00 Uhr (in Worten sieben Uhr morgens) und fand die ersten zarten Sonnenstrahlen vor. Um knapp 8 Uhr morgens hatte ich mich im Schießbuch beim Vereinshaus eingetragen und mein Scheibengeld von 10 Euro in die Kassa daneben gesteckt. Noch ein paar Aufwärmübungen, Spannen meinen Langbogens, Schultern des Köchers und es ging los zur Scheibe 1.

NICHT DIE WIESE BETRETEN – ENTLANG DES WALDRANDS GEHEN!

Diesen Hinweis  findet man dort zahlreiche Male wieder. Die Wiese ist geschützt – man geht also eher auf kleinen Pfaden entlang des Waldrandes anstatt das man lümmelhaft quer drüberlatscht. Es stimmt ein wenig ein – man sieht so keine Ziele, es geht durch den Wald – dann kommen die Ziele. Nicht ungeschickt – wenn auch nicht ganz freiwillig. Ziel Nummer 1 ist ein Wolf aus naher Entfernung, keine besondere Herausforderung, gerade gut um warm zu werden. Ich hatte keine gesonderte Einschießbahn gesehen und schoss daher noch einige Pfeile auf die Feldscheibe daneben. So lernte ich meinen Fritzbogen Habicht C1 ein wenig besser kennen und fühlte mich schon nach wenigen Pfeilen recht sicher. Auf geht es zur Scheibe 2 – einem Hirsch auf rund 50 Meter Entfernung. Oha, schon ein wenig mehr. Schafft das mein Langbogen mit den schweren Holzpfeilen? Locker!

Der erste Pfeil saust auf den Hirsch zu – prallt auf dem Rücken ab, überschlägt sich und verabschiedet sich in die Büsche dahinter…

Nummer zwei geht ganz knapp drüber – Nummer drei geht mitten ins Kill und bleibt dort stecken! BAMM! Was für ein schöner Langbogen! Motiviert über den Treffer und mit dem entsprechenden Willen Pfeil Nummer eins zu finden, geht es zur Zielscheibe. 15 Minuten später – immer noch ist Nummer eins verschollen. Vermutlich schläft der Pfeil irgendwo unter der Schneedecke – da ist nichts zu wollen. Ganz abgeschrieben habe ich den Pfeil noch nicht, ich gehe weiter und werde später wiederkommen.

Das Ziel Nummer 4  ist spannend. Ein Bobcat sitzt seelenruhig schräg vor der Scheibe. Die Scheibe ist gleichzeitig der Backstop für den Pfeil – dahinter fließt seelenruhig ein Bach.

Zielscheibe Nummer 4 - ein Bobcat - vor dem Abgrund...
Zielscheibe Nummer 4 – ein Bobcat – vor dem Abgrund…

Nein so war es überhaupt nicht! Es ist ein reißender Gebirgsbach, der sich ein 5 Meter tiefes Bett in den massiven Fels gespült hat! Die Wassertropfen bilden in der Sonne einen Regenbogen – die Sonne blendet, der Bobcat springt von links nach rechts und versteckt sich.

Pfeil Nummer eins fliegt knapp vor dem Bobcat in den Sockel der Scheibe, stellt sich auf, schlägt gegen den Bobcat und der Holzpfeil zersplittert in zahlreiche Teile. Ich habe überhaupt keinen Bock mehr! Pfeil Nummer zwei schlägt direkt im Innenkill ein. Kein Pfeilnachgesuche im reißenden Bach. Geht doch. Ich sammele die Pfeilbrösel ein und werfe sie hinten in meinen Köcher.

Das übernächste Ziel ist ein Bär auf – 60 Meter? – es ist endlos weit und hangabwärts. Ich lege den ersten Pfeil an – spannen, lösen – Kill. Ende des Bären.

Scheibe Nummer 7 - der Bär. Das ist ein Schuß > 50 Meter
Scheibe Nummer 7 – der Bär. Das ist ein Schuß > 50 Meter

Weiter geht es entlang des Waldrandes und in den Wald hinein. Die Ziele bieten immer wieder verschiedene Schusssituationen.  Es geht mal bergauf, dann bergab – mal aus der Sonne in den Schatten, mal andersherum. Der Parcour führt einen dabei durch schönste Natur mit Bäumen, kleinen Bachläufen und Wiesen.  Wunderschön und definitiv mehr zum Genießen als nur zum Laufen von Ziel zu Ziel. Manchmal finde ich die Backstops nicht vollkommen perfekt, wenn beispielsweise ein Baum als Backstop herhalten muss. Unabhängig davon ob dieser Baum noch lebt oder nicht – ein Holzpfeil aus einem Baum herauszupopeln ist nicht schön. Man muss halt einfach treffen, dann bleibt einem das erspart. Dennoch kann man erkennen, dass manche dort mehrere Versuche gebraucht haben.

Gott sei Dank – bis dahin hatte ich schon durchaus ein gutes Gefühl für den Langbogen entwickelt und fast alle Schüsse nach dem Bobcat fanden ihr Ziel – oder den weichen Backstop. Überall wo es kritischer war, traf der erste Pfeil und schonte damit den Nachfolger. Damit das Auge immer wieder mal entspannen konnte ging es durch schönste Natur!

Nach den 14 Scheiben des Winterparcours frühstückte ich entspannt oben an der Vereinshütte und schaute dem Wolkenspiel an den Zinnen des Dachsteins zu. Atemberaubend schön! Ich ging anschließend noch mit Verstärkung zur Scheibe Nummer 2 – der Pfeil blieb jedoch verschollen und wird unter dem Schnee eines Tages wieder auftauchen. Ein abschließender Großer Brauner auf der Halleralm und der obligatorische Kaiserschmarrn rundeten den Parcour Besuch des SBC Bad Goisern ab.

Danach trübte das Wetter auch langsam ein….

Fazit

Der Winterparcour des SBC Bad Goisern ist mit 14 Zielen nicht sehr lang, die Natur hingegen macht einiges wett. In dem Scheibengeld inbegriffen sind 2 Begehungen so dass Wertungsschützen auch auf ihre 28 Scheiben kommen. Mir als freizeitorientierten Genußschützen mit schönem Langbogen war das jedoch vollkommen gleich wie lang der Kurs war. Ein tolles Stückchen Erde – dazu tolles Wetter und ein Bogenparcour was braucht man mehr?

Die Ziele des Parcours sind in einem tadellosen Zustand, die Pflöcke (weiß, blau, rot) sind vermutlich alle für die Feldscheiben gesteckt – die Tiere stehen manchmal ein wenig kürzer oder länger. Gedacht sind die Pflöcke für folgende Unterteilung:

weiß: Junioren, blau: alle ohne Visier, rot: alle mit Visier

Ich fand dazu die Entfernungen oft zu nah und habe daher alles von rot geschossen.

Kurzum – eine klare Empfehlung für den Winterparcour von mir.

Gar nicht so leicht – Carbon Express Heritage 150

Mit dem Erwerb eines Langbogens, den ich eigentlich mit Holzpfeilen schießen möchte, musste ich mich das erste Mal mit diesem Thema auseinandersetzen: das Mindestpfeilgewicht.

Irgendwie kam ich mir ziemlich dämlich vor als ich den Langbogen kaufte und mir der Bogenbauer vorher noch sagte – Obacht, Mindestpfeilgewicht von 9 gpi (grains per inch). Oh, Glück gehabt dachte ich mir noch, da ich schon wußte, dass meine superleichten Carbon Pfeile des Recurve Bogens hier zu leicht waren.

Tendenziell bieten sich hier verschiedene Pfeile an, die gut geeignet sind ein Mindestpfeilgewicht locker zu erreichen.

Alle die genannten Schäfte glänzen mit hohen gpi Werten und bieten sich daher als Ausgangsbasis für Pfeile an. Ich habe mich in meinem Fall für die Carbon Express Heritage 150 entschieden.

Damit ist die Ausgangssituation klar, es ging also darum nicht nur einen stabilen Schaft zu finden, sondern auch noch einen schweren dazu. Mein Langbogen hat 39 Pfund bei 28 Zoll Auszug. Da ich rund 29.5 Zoll Auszug habe kommen zu den 39 Pfund noch ein paar dazu, eine aktuelle Messung steht dazu noch aus. Ich wollte also Pfeile haben, die mir auch ein gewisses Sicherheitspolster nach oben geben. Desweiteren wollte ich auch an das Gewicht von Holzpfeilen herankommen, da ich diese vornehmlich auf Turnieren schießen möchte.

Mit dem Carbon Express Heritage 150 komme ich nun auf insgesamt ~ 445 grain für den kompletten Pfeil ohne Federwicklung. bei 30 Zoll Schaftlänge, den Carbon Express Insert #2, den Nocken Launchpad .244. Das sollte genügend Luft nach oben geben.

Mit einem Preis von rund 8 Euro pro Schaft mit Insert und Nocke ist der CX Heritage nicht gerade ein Schnäppchen. Positiv fiel mir bereits bei der Recherche auf, dass viele der CX Pfeile untereinander kompatibel mit den Komponenten sind. Meine Predator 2040, die ich gerne auf dem Recurve schieße, verwenden die gleichen Inserts und die gleichen Nocken. Das spart Ersatzteile und Nerven.

Damit der Pfeil dann auch mein Pfeil wird habe ich mich zu einem Cresting in Form eines Aufklebers entschieden. Als Federn verwende ich Trueflight Feathers, 4 Zoll, weiß barred in Shield Form. In diesem Zusammenhang habe ich erstmal auch Fletching Tape von Bearpaw verwendet, weitere Informationen nach einem ersten Feldtest.

Die Inserts wurden mit UHU Endfest 300 eingeklebt, mit dieser Kombination hatte ich schon mit den Predator gute Erfahrungen gemacht. Ich hoffe dass sich das so 1:1 auf den Heritage übertragen lässt. Am Wochenende geht das erste Mal mit den Pfeilen und dem Langbogen aufs Feld, dann folgen mehr Bilder und mehr Details.