Werkstatt: Holzpfeile gegen Nässe und Dreck schützen

Ein neuer Bogen heißt – neue Pfeile! Nun gut, vielleicht nicht immer und auch nicht unmittelbar. Mit dem Kauf des Langbogens war ich ja nun verpflichtet standesgemäß mit Holzpfeilen zu schießen. Meine erste Bestellerfahrung war ein totaler Flop, der zweite Satz Schäfte wurde bei superschaft.de bestellt – die Schäfte sehen prima aus. Kaum Flammen, schöne Oberflächen und von den Gewichtswerten lagen die 20 Schäfte auch sehr dicht beisammen. Prima! Nun kann es ja losgehen – Pfeile versiegeln, befiedern und gleich auf den Parcour.

Stopp! Da fehlt was – wie schütze ich denn die Holzpfeile gegen Nässe oder Dreck? Ein Blick in die Betroffenenforen bringt da viele Antworten und noch mehr Fragen auf. Lackieren? Mit Acryl – auf Nitro- oder Wasserbasis? Ölen oder doch Wachsen?

Da ich mich der Materie erst gerade nähere sind die folgenden Hinweise mit Vorsicht zu genießen. So habe ich es gemacht – dies sind meine Erfahrungen. Du kannst andere Erfahrungen machen, schreibe dies einfach in den Kommentaren.

Das Problemumfeld

Holzschäfte sind alle verschieden, keiner ist wie der andere, dennoch haben sie alle ein gemeinsames Ziel – hoffentlich das des Bogenschützen. Egal ob die Pfeile nun das Ziel treffen oder Kontakt mit dem Backstop bekommen, sie stecken irgendwo drin und müssen da wieder heraus. Durch die entstehende Reibung – beim Eintritt in die Scheibe aber auch beim Herausziehen wird jede Oberfläche leiden. Lack wird verkratzen und eventuell abplatzen, Wachs wird den Dreck mitnehmen, der sich in der Scheibe befand – kurzum die Oberfläche eines Holzpfeils kann an sich nicht für die Ewigkeit gemacht werden.

Meine Behandlung

Ich habe meine Holzschäfte so wie ich sie von Superschaft bekommen habe mit 400er Schleifpapier angeschliffen. Sie bekommen damit eine schöne glatte Oberfläche, eventuelle Riefen oder kleinere Splitter werden damit verschwinden. Eine 320/360er Körnung wäre vermutlich das Optimum – leider jedoch gerade nicht greifbar. Nach dem gründlichen Entstauben der Schäfte reibe ich sie mit einem in Leinölfirnis – Lumberjack von Clou – getränkten Schwammtuch ab. Dazu habe ich mir das Leinölfirnis in eine kleine, besser zu handhabende Flasche gefüllt. Die Schäfte nehmen den Ölauftrag sehr schnell auf, ich habe nach wenigen Minuten eine weitere Schicht aufgetragen.

Nach zirka 20 Minuten nahm ich das überschüssige Öl mit einem Küchentuch aus Papier auf und stellte die Schäfte zum Trocken in eine große Vase – durchaus dekorativ.

Nach 24 Stunden habe ich die Schäfte erneut mit dem Firnis dünn eingerieben und die Schäfte anschließend 5 Tage lang trocknen lassen. Ein kurzer Anschliff mit 400er Papier und die dritte Ölung rundeten die Behandlung ab. Die Schäfte standen anschließen weitere 7 Tage zum Trocknen an einem schönen warmen Ort.

Vorsicht

Leinölfirnis ist an schwer endzündlich (der Flammpunkt liegt bei 250° C). Bei der Reaktion mit dem Luftsauerstoff erwärmt sich der getränkte Lappen, wenn dieser zusammengeknüllt irgendwo in der Ecke liegt, kann die Wärme nicht abgeführt werden und der Lappen kann beginnen zu brennen – dann brennt in der Folge das Öl mit und die Selbstenzündung ist perfekt. Verschiedene Feuerwehren haben das prima nachgestellt, hier mal ein Link (Feuerwehr Bächingen) dazu.

Damit es nicht soweit kommt, wasche ich meine Lappen mit Seife aus und lege sie anschließend ausgebreitet in eine große Tonvase – so kann man das auch auf dem Wohnungsbalkon realisieren.

Nach den rund 7 Tagen Trockungszeit sind die Schäfte schön glatt und können befiedert werden. Die Befiederung nehme ich mit dem Bearpaw Fletching Tape vor – dazu später mehr.

Wichtiger Grundsatz beim Holzpfeilbau scheint folgender zu sein:

Die Zeit ist ein wichtiger Faktor, du solltest genug davon haben.

Um diesem Dilemma zu entkommen, bestellte ich einfach nach dem ersten Satz Schäfte einfach einen weiteren Satz hinterher. Diese warten nun auf ihre Firnis Behandlung.

Update 23.02.2016

Beim letzten Schießen ging der eine oder andere Pfeil daneben und war anschließend mit Lehm beschmiert. Ich habe die Pfeile unter fließendem Wasser abgewaschen, das hat prima geklappt. Die Pfeile haben immer noch einen schönen seidigen Glanz – ich bin gespannt wie lange das hät

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.