Was ist eigentlich ein FluFlu Pfeil

FluFlu - 4fach Befiederung mit ungekürzten Federn
Irgendwann fragte mich jemand: „Was haben sie denn da für einen großen Pfeil im Köcher?“ Bei diesem großen Pfeil handelt es sich nicht um einen mutierten kleinen Pfeil sondern um einen sogenannten FluFlu Pfeil. Ein FluFlu Pfeil findet Verwendung in Turnieren oder im Training wo eine weite Flugstrecke nicht wünschenswert ist. Damit dieser Pfeil keine großen Weiten erreicht, wird mittels besonderer Befiederung der Flug nach kurzer Zeit bereits stark abgebremst.
Mit diesem Pfeil kann man prima auf ein Ziel schießen, welches sich beispielsweise in der Höhe befindet und man in einem steilen Winkel abschießt. Das sogenannte Rabennest findet sich auf dem einen oder anderen Tunier wieder – das sind Attrappen von Rabenvögeln, die mittels eines Mastes und einem Holzgestell in die Höhe (ca. 10m) gezogen werden. Der Schütze schießt seinen Pfeil daher in einem sehr steilen Winkel nach oben, um die Raben zu treffen. Wenn der Schütze das Ziel verfehlt, müsste er sehr sehr lange laufen, um seinen Pfeil wieder zu finden.
Als Befiederung bieten sich 2 Arten an:
  • die „Klobürste“ – hierbei dreht sich die Feder in einer Spiralbewegung um den Schaft
  • 4-fach oder 6-fach Befiederung mit ganzer Federlänge

Ich ziehe die 4-fach Befederung mit voller Federlänge, also ohne ausgestanzte Form wie Shield, Saubuckel o.ä., gegenüber der Spiralbefiederung vor. Der Grund ist einfach nachzuvollziehen: die Haltbarkeit. Bei mir halten Pfeile mit Spiralbefiederung nicht sonderlich lange, 4-fach befiederte Pfeile hingegen schon.

Ich habe immer einen FluFlu Pfeil auf den Parcouren mit dabei und verwende ihn gerne bei kritischen Zielen. Da die Verlangsamung des Pfeils durch die großen Federn überproportional nach einer Distanz eintritt, bleiben die FluFlu Pfeile recht genau und verlieren dann auf einmal die Geschwindigkeit.

Meine sind bis zirka 20 Meter recht genau, die maximale Flugweite beträgt rund 30 Meter. Damit kann ich auf einem Parcour prima auf Ziele schießen, die keinen Backstop haben und ich endlos meinen Pfeil suchen müsste wenn ich vorbei schieße.

Oder – siehe den Jagdparcour vom Bogenshop Binder im Bayerischen Wald wo der Backstop teils aus Felsblöcken besteht – mein FluFlu Pfeil bleibt heile.

Bemerkenswert bei der 4-fach Befiederung ist jedoch der Winkel der Befiederung (wie auf den Bildern zu sehen ist). Es wird nicht im Winkel von 90 Grad befiedert, sondern in zwei Winkeln. Der Grund hierfür ist denkbar einfach. Durch diese Befiederung muss keine Feder „durch“ den Bogen hindurch fliegen.

Holzschäfte, Federn und der Langbogen

Ich gebe es offen zu, ich liebe meinen Langbogen. Es ist ein Habicht Spezial C1 von Fritzbogen. Ich sah ihn auf der Jagen und Fischen 2016 in Augsburg und konnte mich spontan in ihn verlieben. Nach all dem ganzen hochtechnischen Compound Schießen, konnte ich gestern endlich von der Technik loslassen und genoss einen wundervollen nachmittag mit dem Langbogen. Die Holzpfeile, die seit Ewigkeiten bei mir herumlagen wurden ausgeführt und probegeschossen.

Holzpfeile sind eine besondere Wissenschaft und man kann sich diesem Thema nur langsam nähern. Irgendwie kann man dort zwar in Sprints sich Wissen einwerfen, das Verstehen dauert jedoch deutlich länger und auch Erfahrungen wollen gemacht werden – und das dauert eben. Wie steif der Holzschaft sein muss ist eben auch nur ein Erfahrungswert, der sehr sehr individuell ermittelt werden muss. Das Thema dynamischer Spine scheint etwas besonderes zu sein. Mein Langbogen hat 39lbs, meine Pfeillänge ist 31 Zoll. Der Habicht C1 besitzt ein Reflex/Deflex Design mit Carbonlage, ich würde seit Wurfverhalten als kräftig bezeichnen. Schüsse auf 50 Meter sind überhaupt kein Problem, entsprechendes Anhalten vorausgesetzt aber dennoch ist die Flugkurve gut einzuschätzen.

Wenn ich den verschiedenen Spine Berechnern im Internet glauben darf, brauche ich einen sehr sehr steifen Pfeil.

Derzeit schieße ich folgende Kombination:

Diese Holzpfeile scheinen recht gut zu passen und gruppieren sehr schön. Die durchgehende Federwicklung schaut schön aus und hält die Federn wundervoll auf dem Holzschaft fest.

Allerdings sollte es gestern wieder passieren: Ein Pfeil landet zu tief, trifft gegen die Stahlstange, die die Tierattrappe festhält und die Spitze bricht ab. So ein Mist auch – der Holzpfeil war gerade neu – wie bekommt man den wieder in einen funktionalen Zustand – SPLEISSEN! Oh je, ein neues Themengebiet. Eigentlich wollte ich ja erst Schäfte barreln, nun habe ich die Gelegenheit die ganzen zerbrochenen Holzpfeile (sind gesammelte Werke) zu reparieren. Yay.

 

P.S. Wer wissen möchte wie ich meine Holzschäfte behandle schaut bitte in dem Artikel Holzpfeile und Wetterschutz nach.