Big Tradition Spleisslade – ein Fazit

Spleiss eines Holzpfeils von der Seite gesehen

Die Big Tradition Spleisslade ist nun seit ein paar Wochen bei mir im Einsatz und ich habe die Gelegenheit genutzt die ganzen durchgebrochenen Pfeile endlich mal zu flicken. In der Kurzform erklärt:

  • Sauberes Absägen der alten Bruchstelle
  • Einspannen des Pfeils in die Lade
  • Abtragen des Holzmaterials mit einer scharfen Klinge
  • Hobeln des Holzschafts an der Stelle des Spleiss
  • Vorbereiten des einzusetzendes Stücks auf die gleiche Art
  • Holzleim auftragen (Ponal blau – wasserfest)
  • beide Teile zusammenpressen und fixieren
  • nach dem Abbinden des Leims mit dem Hobel glatt hobeln
  • Nacharbeiten mit Schleifpapier

Je nach Übung dauert es nur wenige Minuten bis ein Spleiss hergestellt ist. Meiner Empfindung nach ändert sich das Flugverhalten nur minimal und die Pfeile tadelos. Je nach Aufwand des Schleifens kann man ein nahezu unsichtbaren Übergang erzeuge – vorausgesetzt die Jahresring passen gut zusammen.

Bei einem Biegeversuch konnte ich ebenfalls keinen Unterschied erkennen, bei einem Biegeversuch bis zum Bruch des Pfeils brach der Pfeil an einer anderen Stelle.

Fazit: Die Lade ist absolut brauchbar und erzeugt gute Ergebnisse. Was mir nicht so gut gefallen ist, ist dass die Lade aus Alu hergestellt wurde und sich Kontakt mit dem Hobelmesser nur schwer vermeiden lassen. Das führt sowas zu einer Macke in der Lade an der künftig der Hobel hängenbleibt.

Die Lade ist vermutlich vielmehr dafür gedacht mit einem seitlichen Anschlag in einer Kreissäge benutzt zu werden. Für die rund 45 Euro, die sie gekostet hat, ist aus meiner Sicht zu wenig geboten, ich würde mich nach Alternativen umsehen – ich finde sie schlicht zu teuer.

Die Funktion hingegen ist jedoch absolut gegeben.

Big Tradition Spleißlade

Gebrochene Pfeile lassen sich mittels einer Spleißlade, einem Spleißrohr oder einer selbstgebaut Gehrungslade erst formgerecht sägen, anschließend kann man zwei gleich behandelte Pfeilschäfte zu einem neuen zusammen leimen.

Soweit zumindest mal die Theorie. In der Praxis gibt es bei mir ein größeres Sammelsurium von zerbrochenen Holzschäften mit abgescherten oder zerbrochenen Schäften. Ich samme sie in einer alten Paketrolle und wollte sie irgendwann mal „aufarbeiten“. Damit meinte ich in erster Linie das Retten der tollen TopHat Pfeilspitzen – Bullets in Messing.

Mit dem Thema des Pfeile Spleißens habe ich mich noch nie auseinandergesetzt – bis gestern 🙂

Der Bogenhändler des Vertrauens hatte eine Spleißlade im Laden, durch Zufall entdeckte ich sie in seinem Online Shop. Kurz hingefahren und mitgenommen. Rund 45€ musste ich für die Big Tradition Spleißlade berappen, ja – ich weiß es gibt andere Anbieter mit verschiedenen Größen für nur 54€. Das sind nun noch 9 € Differenz und ich schieße nun mal 11/32 Schäfte und nicht andere. Noch… nun gut…

Ausprobiert habe ich sie schon einmal schnell, allerdings lediglich an einem Testschaft. Um die Schäfte für das Leimen vorzubereiten kaufte ich mir noch dazu einen kleinen handlichen Hobel, dazu aber später mehr.

Nun genieße ich erst einmal die neuen Holzschäfte und Pfeile und für den wirklichen Review gibt es noch einen gesonderten Artikel. Hier lediglich der längliche Teaser zu dem kommenden Artikel.

Auf das Thema bereitete ich mich in verschiedenen Foren vor, allerdings, wie immer, ist es sehr sehr schwer dort alle Informationen aus allen Threads herauszuziehen. Der Hinweis „sowas habe ich mir mal selber gebaut“ hilft nicht wirklich in soweit bin ich sehr dankbar, dass Big Tradition irgendeine umgelabelte Lade verkauft. Was sie kann bleibt noch abzuwarten.