Archery Sight Mark – Einschießen des Visiers

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Ein neuer Pfeil, Zuggewicht verändert, neue Pfeilkomponenten, ein neues Visier oder ein neues Scope und schon ist ein neues Einschießen erforderlich. Mit dem Compound Bogen ist das keine große Sache – die Art wie ich es mache ist einfach und simpel durchzuführen.

Nachdem ich mein Sight, Scope oder ähnliches verändert habe beginne ich auf ein Ziel (Vorzugsweise einen großen Dämpfer) zu schießen. Die Entfernung wähle ich dabei so, dass ich quasi nicht vorbei schießen kann. Das reicht mir für eine grobe Visiereinstellung – damit bin ich dann auf einer Entfernung von rund  10 Metern.

Für die nachfolgenden Schritte spanne ich eine gut leuchtende Schnur, Flatterband oder ähnliches senkrecht zum Boden auf dem Dämpfer auf. Der Rest des Dämpfers sollte idealerweise leer sein, keine Scheibe, keine Auflage, Bilder oder sonstwas. Bewährt hat sich dafür auch helles Kreppband!

In den nachfolgenden Schüssen ziele ich nun auf dieses Band. Die Visierlinie zeigt also von meinem Auge, durch Peep, durch Scop auf die senkrechte Linie des Kreppbands. Nach den ersten zwei Schüssen beurteile ich die Lage. Wenn die Pfeile links von der Linie liegen, drehe ich das Scope ein wenig heraus (bei meinem RH Bogen).

Das Visier folgt dem Pfeil. Liegt der Pfeil zu weit links, wir das Visier nach links verstellt.

Ziel soll es sein das Visier soweit zu verändern, dass die Pfeile alle in dem Kreppband stecken. Grobe Abweichungen in der Höhe korrigiere ich nach gleichem Grundsatz: Das Visier folgt dem Pfeil.

Eine grobe Einstellung für die Höhe reicht, danach gehe ich auf 20m und kann mir sicher sein die Scheibe zu treffen.

Die ersten Schüsse gelten auch hier dem Ausschiessen der Links-Rechts Abweichung. Passt das noch mit dem Links/Rechts (sollte!) – sonst nach korrigieren. Beim nächsten Pfeile Ziehen kann man gleich das Kreppband korrigieren. Nun wird das Kreppband parallel zum Boden (also horiz

Archery Sight Mark - Sight Calibration
Archery Sight Mark – Sight Calibration

ontal) auf den Dämpfer geklebt. Auf 20 Meter werden nun die Pfeile geschossen und sollten dabei auf dem Klebestreifen liegen. Wenn sie zu tief liegen wird das Visier nach unten geschoben, liegen sie zu weit oben wird das Visier nach oben geschoben. Wenn man diesen Punkt gefunden hat, notiert man sich die Werte der Visierskala; ich verwende ein Shibuya CPX, welches auf der einen Seite die entsprechende Skala hat.

 

Diesen Schritt wiederholt man bei 40 und 70 Meter und hat damit alle Werte, die die Software Archery Sight Mark benötigt. Auf der Einstellungsseite „Calibration References“ können diese Werte eingetragen werden.

Die Software selber behauptet von sich, dass mit diesen Werten das Regressionsmodell am besten funktioniert und man die genausten Werte erhält.  Die Werte auf der rechten Seite sind gemessen für meinen Hoyt Podium X mit dem Easton Lightspeed 400.

Archery Sight Mark - Sight Elevation Chart
Archery Sight Mark – Sight Elevation Chart

Danach ist die App eingerichtet und kann verwandt werden. Das Prinzip dahinter ist recht einfach. Man stellt einfach die Distanz zum Ziel ein und den Winkel gegenüber der Horizontalen. Für die Target/WAA Schützen ist das eine einfache Angelegenheit – Entschuldigung als Feldbogen Schütze bin ich mir nun gar nicht sicher ob die überhaupt ihr Visier für Zwischendistanzen benötigen…

Für die Feldbogen Schützen kommt dem Winkel eine fundamentale Bedeutung zu. Bergauf, bergab – zieh ab, so ein bekannter Merksatz dazu. Gemeint ist damit, dass sich die Entfernung, die auf dem Visier eingestellt wird, für Bergauf- und Bergabschüsse verkürzt. Dass kann bei besonders steilen Schüssen schnell den Unterschied zwischen noch Gold, schon Schwarz ausmachen.

Fazit: Die App ist aktuell kostenlos, verfügt über keinerlei nervige Werbeeinblendungen und lässt sich gut benutzen. Wer jedoch regelmässig auf Parcouren unterwegs ist, wird sich entweder eine kleine Tabelle erstellen, die er mitnimmt – oder er wird sich entsprechende Marken auf sein Visier zeichnen. Die errechneten Visiermarken passen gut und für ein Gang auf dem Parcour ist man auf der sicheren Seite – das 3d Ziel sollte damit immer treffbar bleiben, für ein Turnier auf nur einer Distanz z.B. 18m Halle würde ich es jedoch vorziehen das Visier für die eine Distanz einzuschießen.